Anmerkungen zu Formulierungen

Technische Anmerkungen

Eine E-Mail-Diskussion über die Auswirkungen der Änderung

Manager: "Die USW-Bewertung haben 50% der realen Manager vermutlich nicht drauf, insofern wäre es vielleicht besser, Stan ab 110% von USW statt ab 80% bieten zu lassen. Aber das sind letztlich Details, die man später anpassen kann."

GM: Würde Stan Dard dann den Verein nicht viel zu schlecht führen? Würde er schon bei keinem Geld 110% bieten, dann würde er immer nur schlechte Spieler mit Gewalt kaufen und sich sehr oft verschulden, also von der Hand in den Mund leben und immer schlechter werden. Fast alle niedrigpreisigen Spieler kosten über 100% USW-Wert, d. h. Stan Dard wird erst ab ca. 2500 kKj. Kapital ein 'wettbewerbsfähiges' Gebot von 105% abgeben, was in der Tat 'gut' ist (und dann auch 'große' Spieler ins Visier nimmt, die im Schnitt günstiger zu haben sind). Aber die Regeländerung zielt weniger auf ein Szenario mit einem Stan-Dard-Verein als vielmehr auf ein Szenario mit 5-10 solcher Vereine, wo dann das Preisniveau spürbar einbrechen würde - dieses Preisniveau auf einem akzeptablen Niveau zu stabilisieren ist der Sinn der Sache. Zu aggressiv soll Stan Dard sein Geld gar nicht einsetzen - ich will nur nicht, dass es komplett verschimmelt und dadurch die Preise verfallen.

Manager: "Natürlich wäre Stan Dard dann schlechter als die meisten Manager, er würde aber immer noch wohl nur einen Spieler pro Saison kaufen. So eine richtige Verzerrung sehe ich selbst bei 5 Stan-Dard-Vereinen nicht."

GM: Ein Basiswert von 90% (so dass Stan Dard schon mit +1500 kKj. 105% USW-Wert bietet und sich dann ggf. leicht verschuldet), erscheint mir nach Deinem Einwand tragbar - dann würde Stan Dard tendenziell in jeder Saison einen Spieler kaufen und nicht erst mehrere Millionen anhäufen. Das ist aber wahrscheinlich sogar besser als mein Vorschlag von 'vorsichtigen' 80% + Liquiditätsbonus!

Manager: "Das wäre vermutlich das sinnvollste Procedere. Ich beharre nicht auf 110% Ausgangswert. Aber wenn Stan Dard einen eher etwas schlechten Manager imitieren soll, sind Ausgangswerte nahe 100% usw vermutlich sinnvoll. Anderenfalls sehe ich ihn schon auf das ...-Schnäppchen bieten, das ich in der gegenwärtigen Lage nicht gebrauchen kann und dessen Wert sonst niemand erkennt."

GM: Ein Basiswert von 100% wäre mir schon zu aggressiv - dann würde Stan Dard permanent die meisten Manager überbieten und das Preisniveau sogar nach oben ziehen. (In der laufenden Saison sind immerhin 8 Feldspieler für weniger als USW-Wert ersteigert worden, überwiegend in frühen Runden der Saison. Der Saison-Schnitt betrug 101.7%, das ist der niedrigste Wert seit der 16. Saison; meistens liegt der Schnitt um die 105%.)

Manager: "Stan Dard überbietet voraussichtlich pro Saison nur einmal pro Verein. Das Problem sehe ich nicht wirklich, bei fast 50 angebotenen Spielern."

GM: Ich möchte vor allem verhindern, dass Stan Dard ohne Not mehr als einen Spieler in derselben Saison kauft und dabei den dann nicht mehr sinnvollen USW-Wert seinen Geboten zugrunde legt, obwohl er durch den ersten Kauf seine Referenztabelle bereits verändert hat.

Manager: "Dann lege doch einfach explizit fest. dass Stan Dard in einer Saison nicht mehr weiter bietet, wenn er einen Spieler gekauft hat. Was für eine Runde geht, geht auch für eine Saison."

GM: Daran habe ich auch gedacht, aber eine vierte Talentstruktur plus einen alten 9er-Feldspieler könnte er sowohl brauchen als auch bezahlen... es kann solche Situationen geben, in denen dann der Liquiditätsbonus auch sinnvollerweise nur weniger stark sinken würde. Selbst bei der Einschränkung auf einen Spieler pro Runde bin ich mir nicht sicher, ob die notwendig ist (bequem ist sie, weil ich dadurch den Liquiditätsbonus für alle Gebote dieses Vereins nur einmal ausrechnen muss und die Gebote ggf. vorher veröffentlichen kann) - wenn allein der Liquiditätsbonus das Problem schon in den Griff bekommt, würde ich diese Einschränkung ggf. weglassen wollen. Und wenn Stan Dard von seinem Vorgänger einen Stapel Kohle geerbt hat (Profexa!), dann in Runde 1 einen Feldspieler kauft und anschließend für den Rest der Saison nichts mehr kaufen darf, dann ist das ganze Geld wieder 'eingefroren'.
Genau auf solche Situationen will ich ja mit dem dynamischen Liquiditätsbonus reagieren: Wenn wirklich massenhaft Geld da ist, dann wird auch aggressiv geboten. Der Basiswert von 80% hält Stan Dard dazu an, sich tendenziell nicht zu verschulden, aber bei Gefahr hoher Steuerlast vernünftige Preise zu bieten. Mit 1000 kKj. Cash und maximal 500 kKj. Kreditspielraum bietet er 90% des USW-Wertes für Spieler mit einem Preis von höchstens 1667 kKj. (höhere Gebote werden ja reduziert) - da wäre ein Kauf ein echtes Schnäppchen und entsprechend nicht sehr wahrscheinlich. Erst bei 2000-2500 kKj. Cash bietet er normale Marktpreise von 100-105% USW-Wert. Durch seinen ersten Kauf fällt er normalerweise wieder in den 'Spar-Modus' zurück (bei 80 MKj. Umsatz für 49 Spieler beträgt der durchschnittliche Spielerpreis ca. 1600 kKj, damit fällt sein Liquiditätsbonus um 16 Prozentpunkte).

Manager: "Das ist objektiv sehr vernünftig von Stan Dard, aber - fürchte ich - über dem Level eines Viertels der real existierenden menschlichen Mitspieler. Wenn Stan Dard nur, wie es sinnvoll ist, einigermaßen hinhaltenden Widerstand halten soll, darf er nicht zu gut sein. Ich bastele dir, behaupte ich, eine Stan-Dard-Strategie, mit der er permanent in der oberen Hälfte der Vereine bleibt. Das ist ja nicht der Sinn der Sache."

GM: Mit einer Finanzierungsstrategie für Stan Dard, die besser ist als diejenige von 25% der realen Manager (sprich: Rang 8 in der 2. Liga), kann ich leben. Stan Dard hat immer noch viele Nachteile - er kann keine Hintermannschaftsspieler kaufen und berücksichtigt bei seinen Käufen praktisch nie sein eigenes Trainingspotential (bei der Richtlinie für Talentkäufe habe ich versucht, dies zu tun, erwäge aber inzwischen, diese Klausel zu streichen und ihm den Kauf von Talenten ganz zu verbieten). Solange Stan Dard für seinen Verein keinen Handelswert gegenüber Einsteiger-Niveau gewinnt, habe ich da keine Bedenken, dass er zu gut werden könnte. Und wie ein langweiliger Abstiegskampf aussieht, das haben wir in der 2. Liga A ja gerade bewundern dürfen.

Beispiel für die Auswirkungen einer alternativen Parametrisierung

Man kann den Liquiditätsbonus so umgestalten, dass er dynamischer auf den Kassenstand reagiert. Definieren wir den Liquiditätsbonus mal als "Kassenstand / 50" statt "Kassenstand / 100" und behalten den Basiswert von 80 Prozentpunkten bei, dann wird die 'marktübliche Gebotshöhe' von 100-105% bereits bei einem Kassenstand von 1000-1250 kKj. erreicht. Stan Dard würde nun sein Geld viel aggressiver anlegen als nach dem bisherigen Modell, aber seine "Gier" würde nach einem Kauf auch doppelt so stark nachlassen, weil sein Liquiditätsbonus nun nach der Ausgabe von 1500 kKj. um 30 Prozentpunkte sinken würde statt wie bisher um 15 Prozentpunkte.
Bei extrem hohen Kassenständen kämen in diesem Fall dann extrem hohe Gebote zustande (bei 4000 kKj. bereits 160% des USW-Wertes!); hier müsste man dann eventuell durch ein oberes Limit für den Liquiditätsbonus auf z. B. 125% die Zahlung von Mondpreisen verhindern - was dann aber bedeuten würde, dass mit nennenswerter Wahrscheinlichkeit alle Stan-Dard-Vereine identische Gebote abgeben werden, was ich durch den Bezug auf den individuellen Kassenstand des Vereins verhindern wollte, weshalb ich ein 'Cap' für den Liquiditätsbonus eigentlich nicht haben wollte (denn ich möchte, dass der reichste Stan-Dard-Verein sein Geld zuerst einsetzt, weil der am meisten Angst vor der Steuer haben muss).

Etwas anders sind die Auswirkungen, wenn man statt des Liquiditätsbonus den Basiswert ändert. Setzen wir den Basiswert von 80 auf 90 Prozentpunkte hoch, dann wird die 'marktübliche Gebotshöhe' von 100-105% bei einem Kassenstand von 1000-1500 kKj. erreicht. Stan Dard bietet nun aber bereits mit 500 kKj. Cash und 500 kKj. Kreditspielraum auf einen Spieler mit 1000 kKj. USW-Wert immerhin 95% dieses Wertes, zeigt also eine deutlich stärkere Neigung dazu, sich zu verschulden. Alle seine Gebote liegen nun um 10 Prozentpunkte höher als in dem von mir vorgeschlagenen Modell - er legt sein Geld also mindestens so aggressiv an wie ein normaler Manager und leistet damit eventuell mehr als 'hinhaltenden Widerstand'. Bei einem Basiswert von 110%, wie in der Diskussion vorgeschlagen, kauft er praktisch immer den ersten Spieler, den er bezahlen kann, für 120-130% seines Wertes, also 'mit der Brechstange'.

Im Vergleich zu diesen beiden Alternativen lässt mein ursprünglicher Vorschlag Stan Dard bei 'steuerschonenden' Kassenständen bis zum Freibetrag von 1500 kKj. ziemlich defensiv agieren, während er bei drohender Steuerzahlung in Höhe mehrerer WP durchaus entschlossen zu Werke geht. Dabei sorgt die Reduzierung seiner Gebote anhand des Kreditlimits dafür, dass er erst dann auf wirklich teure Spieler bieten kann, wenn er mindestens 2000 kKj. in Cash besitzt (und gegen Ende der Handelsfrist muss er sogar fast den vollen Kaufpreis in bar bezahlen können!); auf dem Weg dorthin sind ihm aber bereits diverse mittelstarke Spieler zu fairen Marktpreisen angeboten worden (und Stan Dard ist nicht wählerisch - der kauft, was er kriegen kann, egal ob Altstar oder Spielertrainer). Deshalb erwarte ich nicht, dass Stan Dard überwiegend sehr teure Spieler kaufen wird, weil er auf diese einfach seltener voll bieten darf.

Vorläufiges Fazit

Wir haben ja nun ab sofort einen Verein unter der Kontrolle von Stan Dard im Ligasystem. Ich werde in der laufenden Saison jeweils zur Versteigerung des GM-Angebotes veröffentlichen, wie Stan Dard für diesen Verein nach der von mir vorgeschlagenen Regel jeweils geboten hätte, damit die Teilnehmer der Partie Erfahrung mit den praktischen Auswirkungen der Regel sammeln können. In Runde 8 schreibe ich den Regeltext noch mal sauber zusammen und stelle ihn dann zur Abstimmung, so dass er mit Beginn der 24. Saison in Kraft treten könnte.