AUFSTIEG / 21. Saison GM: Michael Schröpl United
Runde 11 E-Mail-Adressemichael.schroepl@gmx.de ZAT: Do., 2006-06-23

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Tonnenweise Regeldiskussionen, keine Zeit für anderes Zeug. Viel Spaß beim Lesen.

Warteliste

Auf der Warteliste des Ligasystems stehen (3): Thomas Fritz (*), Harry Kübler, Volker Bongartz (*). Mit "(*)" markierte Kandidaten haben bereits einen Vereinsaufbau für das Qualifikationsturnier der kommenden Saisonpause eingereicht.

Olaf Mahl übernimmt mit sofortiger Wirkung den Verein Blut-Rot Mannheim dauerhaft und hat bereits zur aktuellen Runde Züge abgegeben.

Dies & Das

Teamkader-Printouts per Mail versandt an niemanden. Das kann jeder Manager jederzeit bei mir anfordern und wird dann jeweils nach Ende der Auswertung erledigt; an NMRler mit einer mir bekannten Mail-Adresse versende ich solche Übersichten automatisch.

Motörhead: Bitte setze in Deiner TEAMCHEF-Konfiguration den Parameter "Härte vor HV" auf "Ja".
Zwergenaufstand: Zusätzliches Training auf Thorin Eichenschild, statt den WP verfallen zu lassen.

Regeldiskussion

Zahlreiche umfangreiche Beiträge sind zu der vorgeschlagenen Regeländerung eingetroffen - und einige von ihnen haben interessante grundsätzliche Fragen aufgeworfen.

"Ich finde die Regeländerung so in Ordnung. Eine Frage habe ich aber: Wenn ein Verein aufgelöst wird und der Manager eine Saison Pause macht, ist es doch weiterhin möglich, einen Verein mit demselben Namen aufzubauen und wird nur einmal in der Ewigen Tabelle geführt (siehe Lok Albany). Das bleibt weiter möglich, oder?"

Ja, das bleibt weiterhin möglich. Der Manager nimmt ja eine Sperre von einer Saison in Kauf, in der er quasi in der Amateurliga spielt, und er muss nach dieser Saison ja auch das Qualifikationsturnier überstehen. Die vorgeschlagene Regeländerung bezieht sich nur auf die 'Abkürzung' dieser Sperre.

"Was Deinen Vorschlag zum beschleunigten Wiedereinstieg anbelangt, sehe ich eigentlich kein Problem. Die einzige Frage wäre, ob man besondere Vorteile beim Neuaufbau haben könnte, wenn man sicher weiß, dass man damit nicht in ein Qualifikationsturnier muss. Mir fällt kein solcher Vorteil ein, daher denke ich, es ist in Ordnung. (Man kann umgekehrt eine Mannschaft aufbauen, die im Turnier gut aussieht, aber für die Liga nicht viel taugt, aber das macht ja keiner.)"

Mir fallen durchaus ein paar Vorteile ein, aber keine, die den wirtschaftlichen Wert des Vereins in einem nicht mehr vertretbarem Maß verbessern würden.

"Für mich stellt sich die Frage, warum ein Manager überhaupt sein Team aufgeben will, um ein neues aufzubauen. Einziger akzeptabler Grund hierfür erscheint mir die Übernahme eines fremden Teams, mit dem ich mich nicht identifiziere (Name). Aber genau das lässt sich beim Einstieg durch die Verwaltung eines Teams vermeiden.
Ansonsten bin ich der Meinung, dass ein Manager, dessen Team wegen Abstieg aufgelöst wird, nicht schlechter gestellt werden sollte, als einer, der freiwillig sein Team aufgibt.
Nimm zum Beispiel Grashoppers Mannheim. Hat sich nur durch die Relegation gerettet und muss jetzt wieder durch die Relegation. Die wirtschaftlichen Folgen liegen dabei klar auf der Hand. Ich bin der Meinung, ein Manager, der die Relegation erfolgreich bestanden hat, muss dieselben Rechte haben wie einer, der ohne Not sein Team aufgibt."

Damit die Teilnahme an dieser Partie für einen Manager dauerhaft interessant sein kann, sollte er ein wettbewerbsfähiges Team haben. Gerade Vereine, die Jahr für Jahr gegen den Abstieg spielen, laufen jedoch Gefahr, immer weiter an Handelswert zu verlieren und damit in nachfolgenden Saisons immer schlechter zu werden - ein Neuaufbau würde ihnen erlauben, bestimmte strategische Fehler zu korrigieren. Deshalb erlauben Spielleiter in anderen Ligasystemen ihren Managern den Neuaufbau teilweise sogar ohne jegliche Voraussetzungen. Die regeltechnisch interessante Frage hierbei ist für mich, was ein "akzeptabler Grund" ist - genau das muss die Spielregel in der Tat festlegen. Und dabei möchte ich die Meinung der Teilnehmer an dieser Partie treffen - deshalb diskutiere ich über solche Aspekte des Regelsystems, statt sie einfach zu entscheiden.

Ich denke nicht, dass ein Manager eines regulär abgestiegenen Vereins schlechter gestellt ist als jemand, der seinen Verein auflöst. Denn das Relegationsturnier hat immer noch eine höhere Priorität als der Neuaufbau - letzterer riskiert also, dass für ihn kein Platz mehr frei ist und er dann bestenfalls auf der Warteliste landet, bei gleichzeitigem Verlust seiner Team-Historie. Hinzu kommt, dass man sich das Recht zur freiwilligen Auflösung durch das Erreichen des Klassenerhaltes überhaupt erst einmal verdienen muss - so gesehen wäre es sogar vertretbar, wenn solche Teams minimal besser gestellt würden. Und die Formulierung "ohne Not" ist sicherlich interpretierbar.

Der Sinn des bereits existierenden Relegationsturniers ist es im Wesentlichen, einem Manager mit einem strategisch guten Team, welches durch Würfelpech in die Auflösung getrieben wurde, eine deutlich bessere Chance auf das Überleben zu geben als einem wirtschaftlich zugrunde gerichteten Team. Die Heavy-Metal-Maniacs, welche am Ende der 19. Saison mit einem riesigen Handelswert trotz 19:25 Punkten in der 2.Liga B aufgelöst wurden, sind der klassische Fall dieses Szenarios - die hätten die Relegation mühelos gewonnen, wenn damals ein Relegationsturnier ausgetragen worden wäre, doch damals hatten wir noch genügend Qualifikanten.

Ich möchte die Manager tendenziell ermutigen, ihren Verein im Kampf um den Klassenerhalt der 2.Liga nicht zu ruinieren, um das unvermeidliche Ende noch eine Saison herauszuzögern, sondern statt dessen solide zu wirtschaften und das Relegationsturnier als zusätzliche Chance aufzufassen; dies erhöht ihre Chance auf eine wirtschaftliche Gesundung des Vereins und damit wiederum auf eine Erhöhung des Spielerfolges und des Spaßes für den Manager.
Dass nun der Zwergenaufstand in dieser Saison vom Relegationsturnier auf eine Art und Weise profitieren könnte, die nicht der eigentliche Sinn der Sache war, halte ich übrigens nicht für verwerflich - wenn Helli das tatsächlich schon zum Zeitpunkt seines Kaufes begriffen und fest einkalkuliert haben sollte, dann wäre das einfach gut gespielt.

"Für den konkreten Fall dachte ich, dass es die Regelung gibt, dass ein Manager, der in der Saison eine Mannschaft übernimmt, am Ende der Saison entscheiden darf, ob er sie weiter führt oder am Qualifikationsturnier teilnimmt."

Das gilt nur, wenn er das Team als Verwalter übernommen hat, nicht als Manager. Das muss er aber im Moment der Übernahme entscheiden, weil die Suche nach einem Manager Vorrang hat gegenüber der Suche nach einem Verwalter.

"Ich plädiere für eine Sonderbehandlung der Manager, die ihren Verein in der laufenden Saison übernommen haben."

Diese gibt es doch bereits - sofern der Übernehmer nicht im Moment der Übernahme freiwillig darauf verzichtet, um gegenüber eventuellen Konkurrenten vorrangig bedient zu werden.

"Mir wäre es lieber, wenn jeder Übernehmer das vorrangige Recht bekommt, ein Team neu aufzubauen, egal unter welchem Namen. Wer Schrott übernimmt, der soll nicht auch noch bestraft werden durch rauskegeln. Nein, solche Leute müssen belohnt werden."

Dieses Recht hat er ja - wenn er den Verein als Verwalter übernimmt. Das ist die Entscheidung des Übernehmers. Was Du willst, das ist die zusätzliche Möglichkeit, eine diesbezügliche Fehlentscheidung nachträglich korrigieren zu dürfen - also die Abschaffung eines m. E. schönen taktischen Elements für Kandidaten der Warteliste. Ich sehe nicht, wie dadurch das Spiel besser werden sollte.

"Zu Deinen Regeländerungen: Im Prinzip habe ich nichts dagegen, sehe aber nur eine geringe Relevanz. Zumal offensichtlich keine Platzgarantie besteht. Wann ein Neuverein einen Platz hat (immerhin ohne Qualifikationsturnier!) und wann nicht ist mir dabei nicht klar. Ich fände es besser, wenn grundsätzlich die Teams der 2. Liga + Absteiger aus der 1. Liga nach den allgemeinen Regeln neu aufgebaut werden könnten, wenn die Teams im Laufe der Saison neu übernommen wurden und den Verbleib in Deinem Ligasystem schaffen (quasi als Belohnungsmöglichkeit, wenn dem Manager das Team zu schlecht ist!) Aber auch ohne die Mühle des Qualifikationsturniers! Dem Manager ist es sicher dabei recht, alle alten Daten des Teams (ewige Liste etc.) abzuschreiben. Wenn ein Neumanager die 2. Liga nicht hält, sollte er aber das Recht auf das Qualifikationsturnier haben."

Ich dachte, das Verfahren sei klar definiert: Der Neuaufbau freiwillig aufgelöster Vereine erfolgt nachrangig gegenüber allen anderen Verfahren: Zuerst das Qualifikationsturnier, dann das Relegationsturnier, und zuallerletzt der freiwillige Neuaufbau.

Die Garantie eines Neuaufbaus für übernommene Vereine vergebe ich absichtlich nicht. Täte ich das, dann würde ich riskieren, dass der Manager mit dem Verein Unfug treibt, also insbesondere Auf- und Abstieg verzerrt. Gerade um dies zu verhindern, gibt es ja die beiden unterschiedlichen Verfahren der Vereinsübernahme als Manager bzw. Verwalter: Der Verwalter hat die Garantie, ins Qualifikationsturnier zu dürfen, der Manager hat sie nicht - dafür aber hat der Manager das höhere Zugriffsrecht, d. h. wenn Kandidat A sich als Manager und Kandidat B sich in derselben Runde nur als Verwalter bewirbt, dann bekommt Kandidat A den Verein, selbst wenn Kandidat B sich zuerst gemeldet hat und einen besseren Platz auf der Warteliste belegt.

Ob man die Chance auf den Neuaufbau haben will, muss man im Moment der Bewerbung für die Übernahme selbst entscheiden - auf der Basis ungefährer Wertangaben über den Verein. Ich sage den Bewerbern vor der Entscheidung den ungefähren Handelswert des Vereins und weise auf eventuelle Macken wie Überalterung oder kaputte Hintermannschaft hin - das muss als 'Blick in die Bücher' ausreichen. Wer sich diese Entscheidung nicht zutraut, muss sich eben sicherheitshalber nur als Verwalter bewerben und hoffen, den Verein trotzdem zu bekommen - schlimmstenfalls bleibt er auf der Warteliste und darf am nächsten Qualifikationsturnier teilnehmen.

"Es bleibt einfach zu überlegen, ob es sich nicht anbieten würde, das Ligensystem von 1-2A-2B auf 1-2 umzustellen. Für 24 Manager scheint es genug Potential zu haben. Allgemein sind die PbeM/PbM-Spiele durch die browserbasierten Spiele stark im Rückgang begriffen - vor allem, da die 'rein' maschinell betreuten Spiele mit der Unzahl an Benutzern und Features und einer schnelleren Spielfrequenz bei der momentan Spielergeneration besser ankommen und natürlich auch bekannter sind. Damit so etwas wie United da mithalten kann, müsste es so konzipiert werden, dass es 'ohne' GM auskommen kann, die Zugeingabe webbasiert wäre etc. Das ist doch aber das, was gerade die Besonderheit des Spieles ausmacht. Ich vermute, dass die meisten Deiner Mitspieler eher im gesetzteren Alter sind..."

Mit anonymen Massen-Spielen kann und will ich nicht konkurrieren. Zur Reduzierung der Teilnehmerzahl siehe meinen Kommentar zum nachfolgenden Beitrag.

"Meiner Meinung nach ist es nicht notwendig, die Regel zu ändern. Für den Normalfall ist die Regel klar und vernünftig. Wenn es aufgrund geringen Interesses nicht genug Manager gibt, dann ist das eine Sondersituation, in der der GM entscheiden muss, wie die Partie geregelt weiter geht. Neben der Zulassung 'gesperrter' Manager gibt es noch andere Möglichkeiten, z. B. die Verkleinerung der Ligen oder deren Zusammenlegung. Man könnte auch mit GM-Teams arbeiten. Das ist alles nicht klasse, aber Ziel ist es in erster Linie, die Partie geregelt fortzuführen. Und hier sollte der GM sich den Spielraum nehmen, den er für angemessen hält."

Ich halte einen sehr kleinen Spielraum für 'angemessen'. Es ist mein Stil als Spielleiter, mir selbst Regeln aufzuerlegen, auf die jeder Teilnehmer sich berufen kann, um Fehler in meiner Spielleitung einklagen zu können. Das ist meine Auffassung eines 'Rechtsstaates'. Diese Vorgehensweise erhöht die Rechtssicherheit des Ligasystems und verbessert meiner Meinung nach insgesamt die Qualität der Spielleitung, auf Kosten einer höheren Komplexität der Regeln. Im Grunde meiner Seele bin ich Bürokrat, weil ich damit auf lange Sicht gute Erfahrungen gemacht habe.

Mit GM-Teams kann und werde ich 'arbeiten', falls nicht genügend Manager aufzutreiben sein sollten - die entsprechende Regel ist ja bereits in Kraft (und über die habe ich nicht einmal abstimmen lassen). Eine Zusammenlegung der beiden 2.Ligen sehe ich mittelfristig nicht kommen - selbst wenn in jeder der beiden Ligen 3 Teams dauerhaft von Stan Dard geführt werden sollten, müsste ich ja immer noch ein halbes Dutzend Manager 'rauswerfen', um die beiden 2.Ligen zu fusionieren. Und eine Umstellung auf nur noch 10 Vereine pro 2.Liga würde weitreichende Änderungen bei den Einnahmen erfordern, um den Abstand zwischen Liga 1 und 2 nicht drastisch zu erhöhen.

"Für den konkreten Fall dachte ich, dass es die Regelung gibt, dass ein Manager, der in der Saison eine Mannschaft übernimmt, am Ende der Saison entscheiden darf, ob er sie weiter führt oder am Qualifikationsturnier teilnimmt. Ich denke nicht, dass die Möglichkeit entsprechend der Regeländerung oft genutzt würde. Entscheidend ist aber aus meiner Sicht, dass es Spielern die Möglichkeit gibt, eine schwache Mannschaft durch einen Neuaufbau zu ersetzen, wenn absehbar ist, dass ohne ihn nicht genug Spieler zusammen kommen. Wenn das ein taktisches Element ist, verändert es das Spiel."

Ein Kandidat, der einen Verein als Manager übernimmt, hat auf das Recht zur Teilnahme am Qualifikationsturnier freiwillig verzichtet - zugunsten der bevorzugten Zuteilung des Vereins. Das war seine eigene Entscheidung, die er dann langfristig auch zu verantworten hat.

Das Problem ist, dass sich das Spiel durch das Fehlen von Managern ohnehin ändert - ganz egal, ob ich neue Regeln einführe oder nicht. Der 'Fall Helli' mit dem zu Beginn der 21. Saison nachrangig durchgeführten Aufbau des Vereins Zwergenaufstand hat das doch klar bewiesen: Jeder Manager, der darauf pokert, dass nicht genügend Manager da sein werden, kann in Runde 10 der Saison ausdroppen und dann im Saisoninfo einen neuen Verein anbieten. Alles, was ich will, ist, den Managern eine Möglichkeit zu bieten, dieselbe Aktion unter gewissen Einschränkungen (nämlich nur für überlebende Zweitligisten) regeltechnisch korrekt abzuwickeln, ohne sie zu einem Dropout in Runde 10 zu zwingen (was nämlich den Abstiegskampf mehr verzerrt, als wenn der Manager noch zwei Runden lang ordentliche Züge abgeben darf, ohne seine Chance auf einen Neuaufbau dadurch zunichte zumachen).

Auch ich denke nicht, dass die vorgeschlagene neue Regel oft in Anspruch genommen wird (Helli hätte sie nicht nutzen dürfen, weil sein aufgegebener Verein in der 1.Liga spielte; Roman Simon hat in der laufenden Saison den Klassenerhalt geschafft und hätte sich damit für dieses neue Verfahren qualifiziert) - aber meine Diskussion mit Roman Simon hat mich davon überzeugt, dass sie sinnvoll ist, weil ich ansonsten Manager dazu zwinge, gegen den Spielleiter und gegen den Geist der Partie zu spielen. Ich finde es falsch, wenn ein Dropout die beste taktische Option eines Managers ist - genau dies ist derzeit aber der Fall! Deshalb sehe ich hier einen Änderungsbedarf.

"Es kann theoretisch dazu kommen, dass ein eigentlich nicht überlebensfähiger Zweitligaabsteiger weiterspielt, nur weil er seine Mannschaft zum Relegationsturnier schickt. Ist es da nicht im Sinne der Liga, dann lieber einen neu aufgebauten Verein zuzulassen, dessen Manager vernünftig genug war, den Verein aufzulösen?"

Langfristig geschieht dies ja ohnehin: Eine Saison später kann der Manager des aufgelösten Vereins sich ja wieder beim Qualifikationsturnier bewerben und dann vorrangig gegenüber dem Relegationsturnier einen neuen Verein aufbauen.

Um das noch einmal deutlich zu machen: Meine Philosophie steckt ganz wesentlich in dieser Prioritätenliste. Zuallererst möchte ich, dass in der 2. Liga ein echter Abstiegskampf herrscht (um Ostfrieslandmodelle und ähnliche Spasseken zu verhindern - in dem einzigen Ligasystem, in dem ich selbst noch als Manager aktiv bin, gibt es nämlich genau dasselbe Problem, und dort hat gerade ein früherer AUFSTIEG-Manager ein Ostfriesland-Modell begonnen, was mir als amtierendem Double-Gewinner natürlich überhaupt nicht gefällt). Deshalb wird den beiden letzten Teams jeder der beiden 2.Ligen zunächst einmal die Lizenz für die nachfolgende Saison verweigert; ihre Plätze werden unter den Bewerbern für das Qualifikationsturniers neu ausgespielt. Ein sportlicher Absteiger muss also damit rechnen, seinen Verein wirklich verloren zu haben.
Seit einiger Zeit gibt es aber so wenige potenzielle Teilnehmer, dass ich nicht mehr in jeder Saison garantieren kann, dass unter den zuvor geltenden Regeln jederzeit 36 Manager an der Partie teilnehmen. Alle Regeln, die aus dieser Situation heraus entstanden sind, haben selbstverständlich den Charakter einer Mängelverwaltung. Eigentlich will ich die vier sportlichen Absteiger für eine Saison sperren (weil sie sonst keinen Anreiz haben, sich gegen den Abstieg zu wehren) - aber will ich das auch dann noch, wenn im Ligasystem freie Plätze vorhanden sind? Der Manager könnte sich ja auf die Warteliste setzen und dann einen dieser freien Vereine wieder übernehmen (womöglich sogar seinen eigenen...) - dagegen kann ich mich ja auch nicht wehren. Stattdessen erlaube ich den sportlichen Absteigern, die freien Plätze im Ligasystem direkt untereinander auszuspielen - damit war das Relegationsturnier geboren.

"Lass mich schauen, ob ich das richtig verstanden habe: Zweitligaabsteiger, die nicht am Relegationsturnier teilnehmen, landen hinter den "aufgelösten" Vereinen (d. h. den ersten Zugriff auf die freien Plätze haben die Kandidaten auf der Warteliste, danach die Absteiger im Relegationsturnier, dann die aufgelösten Vereine, und zuletzt die Absteiger, die nicht am Relegationsturnier teilnehmen)?"

Nein - die Absteiger aus der 2.Liga, welche nicht am Relegationsturnier teilnehmen, haben überhaupt keine Möglichkeit, in der Saisonpause sofort wieder in die Partie einzusteigen. Das einzige, was ihnen bleibt, ist, sich wieder auf die Warteliste setzen zu lassen (ab Runde 1) und zu warten - entweder auf einen frei werdenden Verein oder auf das nächste Qualifikationsturnier.
Zur Verdeutlichung ein extremes Beispiel: Angenommen, Michael Hellige würde aus irgendwelchen Gründen seinen Verein Zwergenaufstand (den nach Handelswert besten der vier sportlichen Absteiger) aufgeben und nicht länger an der Partie teilnehmen wollen, aber Benedikt Lickes würde trotz des sportlichen Abstiegs seiner Grashoppers Mannheim weiter mitspielen wollen, und wir hätten nur noch 35 teilnahmewillige Manager im Ligasystem. Dann hätte Benedikt die Wahl, statt des Relegationsturniers seinen Verein ebenfalls aufzugeben und sich auf die Warteliste setzen zu lassen (wobei er aber ggf. nichts von der Entscheidung seines Kollegen wissen kann, falls diese nicht vorher angekündigt war). Von den aufgegebenen Vereinen würden dann die Grashoppers Mannheim aufgelöst werden, aber der Zwergenaufstand aufgrund seines Handelswertes zur Auffüllung des Ligasystems auf 36 Vereine überleben und zunächst von Stan Dard weiter betreut werden. In Runde 1 könnte Benedikt sich dann ganz normal als Kandidat von der Warteliste für die Übernahme des führerlosen Vereins Zwergenaufstand bewerben - und würde ihn mangels Konkurrenz dann auch bekommen. Übrigens sogar als Kandidat mit der Option auf eine Auflösung am Saisonende und die Teilnahme am Qualifikationsturnier - dies allerdings auf sein Risiko bei der Bewerbung; man weiß ja nie, ob sich nicht andere Kandidaten gleichzeitig als Manager bewerben, die müssen dazu nicht vorher auf der Warteliste gewesen sein! Dies alles basiert auf den bereits gültigen Regeln - die vorgeschlagene Regeländerung betrifft Zweitligaabsteiger überhaupt nicht.

"Die Regelung kann auch ungerecht sein (auch wenn der Fall vielleicht etwas konstruiert ist): Nimm zwei Manager, die am Saisonanfang zwei gleich schlechte und kaum überlebensfähige Mannschaften betreuen. Manager A entschließt sich schon am Anfang der Saison, dass er am Saisonende lieber neu aufbauen will, und kann seine Mannschaft systematisch ruinieren (Talente verkaufen, alte Spieler trainieren). Manager B versucht die Rettung der Mannschaft, landet aber trotzdem auf einem Abstiegsplatz und nimmt nicht am Relegationsturnier teil (weil wohl ein Neuaufbau angebrachter wäre). Nach Deinem System bekommt Manager A den Platz in der Liga bzw. landet weiter oben auf der Warteliste, obwohl sein Team nach dem Altern sicher erheblich schlechter ist als das Team von Manager B."

In diesem Fall hat Manager B sich überschätzt - er hat sich freiwillig in dieselbe Position begeben wie der vorherige Besitzer des Vereins und wird deshalb nach denselben sportlichen Regeln wie dieser behandelt. Es war seine eigene Entscheidung, den Verein dauerhaft übernehmen zu wollen. Vor allem aber: Wenn A und B sich gleichzeitig um denselben Verein bewerben, dann bekommt B den Verein nur genau aufgrund seiner Entscheidung für das erhöhte Risiko! Manager A bekommt nichts und behält seinen Platz auf der Warteliste - wie Manager B das auch hätte haben können, wenn ihm die Garantie auf eine Teilnahme am Qualifikationsturnier wichtiger gewesen wäre. Allerdings: Auch im Qualifikationsturnier kann man scheitern - einen dauerhaft übernommenen Verein dagegen hat man sicher (solange man ihn sportlich am Leben erhalten kann), und dies war bereits der Grund für die eine oder andere Vereinsübernahme: "Wenn ich im Qualifikationsturnier auch nicht mehr Handelswert erzeugen kann, wieso dann warten und das Risiko eingehen, mich nicht zu qualifizieren?".
Ich merke immer deutlicher, dass die meisten Teilnehmer die Bedeutung der Entscheidung eines Kandidaten bei der Übernahme eines Vereins erheblich unterschätzen - und alleine deshalb halte ich die aktuelle Diskussion schon für sehr wichtig. In AUFSTIEG ist ein Wartelistenplatz eine sehr aktive Teilnahme an der Partie, verglichen mit allen anderen mir bekannten Partien: Der Kandidat muss im Prinzip das Geschehen ständig beobachten und sich den günstigsten Moment für seinen Zeitpunkt des Einstiegs in das aktive Management sorgfältig überlegen. In der laufenden Saison wurde beispielsweise der nach Handelswert wertvollste Verein des Ligasystems den Kandidaten zur Übernahme angeboten - eine solche Gelegenheit gibt es vielleicht nie wieder!
Diese Übernahme von Crossroads war übrigens eine Situation, bei der eine Wartelistenposition wirklich Gold wert sein kann (in Zahlen: Ungefähr 5 Millionen Kujambel), denn einen solchen Verein übernimmt man natürlich auf jeden Fall dauerhaft, und zwischen mehreren Bewerbern derselben Übernahmeart entscheidet dann der Wartelistenplatz.

"Hier nur ein paar Gedanken zum Thema 'Erhalt von Vereinen, die keinen Manager haben':
1) Den Handelswert als Grundlage für den Erhalt zu nehmen, ist ein guter Ansatz. Allerdings bleiben damit alle verborgenen 'Schätze' der Mannschaft unberücksichtigt. Es muss in einem solchen Fall doch eine Mitbewertung von Trainern und billiger trainierbaren Spielern erfolgen, sonst wird irgendwann einmal aus 'Versehen' das falsche Team aufgelöst."

Mir ist bewusst, dass der UNITED/XY-Handelswert nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Das nehmen wir aber schon bei anderen Aspekten des Spiels in Kauf, etwa bei den Erlösen von Sonderspielern über die Transferliste. Die Alternative wäre, USW-Handelswerte generell in die Regel aufzunehmen.

"2) Mir gefällt es nicht so gut, dass ein Manager sein Team auflösen kann. Roman Simon hat vielleicht nicht das beste Team, aber er hätte sich doch für eine kommissarische Betreuung entscheiden können. Na gut, vielleicht hat er bei seinem Einstieg nicht alles überblicken können, aber im Zweifel gegen alle Arten von Regeländerungen..."

Ich stimme Dir vollkommen zu - deshalb bin ich ja auch gegen eine Gleichbehandlung aller Übernehmer, weil dann die Entscheidung zwischen Übernahme und Verwaltung wegfallen würde.
Andererseits: Ist der bisherige Zustand, dass ein Manager ausdroppen muss, um dann zur Saisonpause ein neues Team anbieten zu können (in der Hoffnung, dass mir die Manager fehlen), besser als meine vorgeschlagene Neuregelung?

"3) Dass Du Zwergenaufstand hast mitspielen lassen, verzeih mir bitte die offenen Worte, fand ich schlichtweg falsch. Jemandem, der droppt und offensichtlich einen Trümmerhaufen hinterlässt, ein neues Team zu geben, halte ich für eine sehr nachteilige Entscheidung. Jemanden, der aus einer United-Partie so aussteigt, lasse ich mindestens drei Saison sperren, besser lasse ich ihn überhaupt nicht mehr zu. (Es mag immer mal einen Fall geben, wo ich damit jemandem Unrecht tue, aber klare Verhältnisse sind schon etwas Wunderbares!)"

Damit hast Du nun die interessanteste Frage der gesamten Diskussion angesprochen: Gibt es Fälle, wo die Verwaltung eines Vereins durch Stan Dard der Verwaltung desselben Vereins durch einen bestimmten Manager vorzuziehen ist?
Meine persönliche Antwort auf diese Frage lautet "nein." Es ist in der Tat so, dass ein Manager in bestimmten Situationen dem Spiel auch schaden kann, indem er bestimmte Dinge tut, auf die Stan Dard (dank restriktiverer Definition) niemals kommen würde. Und ich bin mir bewusst, dass ein Bann gegen dropouts in vielen anderen Partien mit weniger detaillierten Regeln durchaus seine Berechtigung hat.

Aber meine Philosophie ist es, nicht mit Verboten zu arbeiten, sondern mit Anreizen. Ich will, dass die Manager zu jedem Zeitpunkt mir gegenüber offen sein dürfen, was ihre Planung angeht; dies kann ich nicht erreichen, solange ich sie dazu zwinge, etwas vor mir zu verheimlichen. Ich muss also meine Regeln so gestalten, dass die 'verbotenen' Aktionen bei mir einfach nicht lukrativ sind. Deshalb ist mein Ligasystem unten offen, deshalb habe ich eine sehr restriktive Vermögenssteuerregel, deshalb gibt es keinen Privaten Handel und limitierte Maximal-Erträge für Transferlistenverkäufe in meinem Ligasystem. Mein ganzes Regelsystem ist von solchen Absicherungen durchzogen. Ich muss darauf vertrauen, dass ein Manager keinen Schaden anrichten kann; konsequenterweise belohne ich Manager, die sich meiner Denkweise anschließen und mir dabei helfen, Lücken in meinem Regelsystem zu identifizieren und zu schließen. Beispielsweise ist mir egal, ob Helli aus Schlamperei oder aus taktischer Überlegung seinen Verein Orkblut ist grün zwei Runden vor dem Gewinn der Meisterschaft verloren hat - es darf mich auch gar nicht interessieren, denn ich könnte weder ihm noch einem Nachahmer jemals eine Absicht nachweisen. Ich muss lediglich dafür sorgen, dass es nicht attraktiv ist, auszudroppen - und derzeit ist es zu attraktiv, deshalb möchte ich etwas dagegen unternehmen.
Nur zur Ergänzung: Zwei Runden nachdem Orkblut ist grün von Taco Kraijenbrink übernommen wurde und mangels Trainingspotential bis zum Saisonende bereits mehrere Trainings-WP verloren hatte, lag das Team in der Handelswerttabelle des Ligasystems immerhin auf Rang 16 und sah keineswegs "offensichtlich" wie ein Trümmerhaufen aus. Erst in der laufenden Saison ist der Handelswert des Vereins tief in den Keller gefallen - im Moment sind die Orks tatsächlich der nach Handelswert schwächste noch überlebende Verein des Ligasystems, wie nächste Runde im Saison-Info zu sehen sein wird.


Der Verlauf dieser Diskussion hat meine Meinung, dass ich etwas unternehmen muss, um den von Helli geschaffenen Präzedenzfall dauerhaft zu regeln (nämlich dass ein Manager in Runde 10 ausdroppt und mir dann in der Saisonpause ein neues Team anbietet für den Fall, dass ich keine 36 Manager mehr habe), nicht geändert.

Die entscheidende Frage scheint dabei zu sein: Soll ich einem solchen Manager weiterhin vertrauen und ihm sofort den Aufbau eines neuen Teams gestatten, statt einen Verein von Stan Dard führen zu lassen? Ich habe zwei Möglichkeiten:

Diese grundsätzliche Frage werde ich voraussichtlich in Runde 2 der kommenden Saison zur Abstimmung stellen. Diskussionen über den Regelkomplex an sich können wir bis dahin gerne fortsetzen, nach denselben Konventionen wie in dieser Auswertung (Veröffentlichung anonym plus Kommentar von mir); weitere Fragen, Auslegungen bzw. Kommentare dürfen also gerne zusammen mit den Zügen eingereicht werden.