Pokalfinale

Grobitown Rangers - 3. FC Eiderstedt

Zwei Überraschungsteams standen einander gegenüber: Beide hatten sich im Halbfinale nur mit Glück durchgesetzt. Moralisch war das Team aus Karlsruhe nach seinem unerwarteten Aufstieg in letzter Sekunde im Vorteil gegenüber dem Absteiger Eiderstedt; substanziell hatte der Erstligist dennoch mehr drauf. Zudem waren die Rangers mit ihren Verschönerungen nicht rechtzeitig fertig geworden: Immerhin drei ihrer Feldspieler hatten hier ihren 6. Einsatz in einer fremden Reihe zu absolvierten, was den Zweitligisten spürbar schwächte.

Taktisch hatten sich beide Manager nichts Spektakuläres ausgedacht: Augen zu und durch! Die Rangers traten dabei völlig fair an, während Eiderstedt per Härte eine kleine, aber wichtige Lücke stopfen und damit seine Überlegenheit noch ein bisschen ausdehnen konnte.

Bis zur Halbzeitpause bekamen die Zuschauer zwar zahlreiche vergebene Torchancen auf beiden Seiten zu sehen, aber nichts Zählbares. Der FC hatte fast doppelt so viele Spielanteile, kam aber lange Zeit nicht entscheidend durch. Grobitown hatte ebenfalls seine Chancen und insgesamt mindestens ein Tor verdient, kam aber gerade durch die nicht völlig ausgereizte Taktik des Gegners seltener in eine aussichtsreiche Position, als Manager Kamlah sich dies erhofft haben mag. Besonderes Slowhand, der strategische Einkauf aus Runde 1, hielt Eiderstedts Defensive zusammen und zeichnete sich bei Angriffen des Zweitligisten wiederholt als Turm in der Schlacht aus.

Gut zehn Minuten nach der Pause war es schließlich Star-Einkauf Teafortwo, der im letzten Spiel seiner kurzen Karriere den Bann brechen und Eiderstedt aus einem Gewühl im Strafraum heraus in Führung schießen konnte. Sein ausgiebiger Torjubel brachte ihm eine Gelbe Karte ein, die zu einer Sperre im ersten Spiel der kommenden Saison geführt hätte, wenn Teafortwo nicht bei der bevorstehenden Alterung ohnehin seine Profilaufbahn beenden würde.

Und als nur noch wenige Minuten zu spielen waren, schlug die große Stunde des Pechvogels dieser Saison, des Star-Einkaufs aus der 24. Saison mit Namen Spund, der die ganze Hinrunde hindurch weit unter Normalform hatte spielen müssen, aber im Halbfinale sein Team in die Verlängerung gerettet hatte. Mit seiner Erfahrung aus unzähligen Begegnungen jagte er einen abgeprallten Ball, der ihm unversehens vor die Füße gefallen war, von der Strafraumgrenze aus unhaltbar in die Maschen, bevor der Rangers-Keeper reagieren konnte. Die Moral des Zweitligisten war nun gebrochen; nach diesem Treffer holte sich Slowhand noch eine Verwarnung für ein taktisches Foul ab, sonst passierte nichts mehr.

Damit darf Manager Ahlemeyer den zweiten Titelgewinn seiner Vereinsgeschichte feiern; sein erster Pokalerfolg liegt immerhin bereits 22 Jahre zurück. Grobitown als dem wirtschaftlich besten der vier Aufsteiger in die 1. Liga gehört die Zukunft, doch hier musste sich das Team einem Gegner beugen, der an diesem Tag einfach besser war.