Pokalfinale

Titanic Players - Lokomotive Albany 1830

Vor dem Anpfiff herrschte gedämpfte Stimmung auf den Rängen: Die Titanics hatten bereits seit zwei Runden als Absteiger festgestanden, und Albany hatte gerade mit vier Niederlagen in Folge die Titelverteidigung in der 1. Liga versiebt. Welches der beiden Teams würde sich zum Abschluss der Saison noch einmal so richtig zusammenreißen können?

Die Players in der Außenseiterrolle versuchten, mit Körpereinsatz ihre substanziellen Nachteile zu kompensieren und engagiert nach vorne zu spielen, während Albany den Ball geschickt in den eigenen Reihen laufen ließ und auf eine Lücke in der gegnerischen Formation lauerte. Allzu viele Torchancen würde es für die Zuschauer daher nicht zu sehen geben.

Schon nach kurzer Zeit langte Hydra, die das Ligaspiel gegen Albany am 17. Spieltag mit ihrem Dreierpack noch alleine entschieden hatte, beim Kopfballduell mit dem Ellenbogen zu heftig hin, was dem Schiedsrichter keine Wahl ließ: Glatt Rot! Die Players würden also mindestens die nächsten 72 Minuten in Unterzahl bestreiten müssen.

Fortan war es mit den Torchancen des Außenseiters ganz vorbei, während die Eisenbahner nun klar überlegen wurden, aber weiter geduldig auf die eine entscheidende Gelegenheit warteten. In mehreren brenzligen Situationen wussten sich die Titanics nur mit unfairen Mitteln zu behelfen, was Archangel und Griffon zwei verdiente Verwarnungen einbrachte.

Doch weder mit schönen Spielzügen noch mit gelegentlichen Weitschüssen kam Albany zum Erfolg: Ein Dutzend klarster Chancen und 60% Siegchance reichten nicht aus, um die Begegnung in der regulären Spielzeit zu beenden.

In der Verlängerung gingen beiden Teams dann sichtlich die Kräfte aus, und auch Albany kam nur noch gelegentlich gefährlich zum Abschluss, wobei sich vor allem Ranger, der Star-Einkauf der Titanics zu Beginn der 27. Saison, im Tor des Außenseiters immer wieder auszeichnen konnte.

So kam es letzlich, wie es kommen musste: Die Elfmeterlotterie sollte über den Pokalsieg entscheiden! Nun witterten die Titanics Morgenluft, denn im laufenden Wettbewerb hatten sie sich bereits gegen die Sesamstraßen Kicker und gegen ASCII im Elfmeterschießen durchsetzen können, was die schlechtesten Würfelergebnisse aller Vereine in Ligaspielen durch die Titanics weitgehend kompensiert haben dürfte.

Beide Trainer hatten beträchtliche Schwierigkeiten, überhaupt fünf Kandidaten auszuwählen, die sich nach diesen Strapazen noch den ultimativen Test vom Punkt zutrauten. Entsprechend miserabel war dann auch die Quote der Schützen: Mehr als zwei Drittel der Schüsse konnte den gegnerischen Torhüter nicht überwinden!

Und am Ende war es tatsächlich Ranger, der auch noch den vierten der fünf Strafstöße parieren konnte und von seinen Mitspielern auf den Schultern vom Platz getragen wurde. Sein Gegenüber hatte immerhin drei Schüsse abwehren können, aber das reichte diesmal nicht zum Sieg.

Die Eisenbahner, letztes Jahr noch Meister des Ligasystems, gaben nach dem Abpfiff ein Bild des Jammers ab: Zwei Titelchancen in der letzten Runde, beide aus der Pole Position - doch keine der beiden wurde genutzt. Und die Führung in der Handelswerttabelle haben sie mit diesem Saisonabschluss auch verspielt.