Pokalfinale

Blut-Rot Mannheim - VfL Chaos 2003

Stell Dir vor, es ist Pokalfinale, und keiner geht hin! Zumindest der Manager des Handelswertriesen Blut-Rot Mannheim war zum Highlight der Saison nicht erschienen und hatte die Betreuung seines Teams einmal mehr Stan Dard überlassen.

Außenseiter VfL Chaos 2003 hingegen war vor allem in der Offensive sehr präsent und hatte den Schlachtplan ausgegeben, die fehlende Substanz durch verstärkten Körpereinsatz wettzumachen.

Zum Leidwesen der Chaoten hatte Stan Dard sich allerdings dafür entschieden, bis zur regeltechnischen Schmerzgrenze zu mauern, wodurch übrigens einer seiner Alter-I-Feldspieler auf den letzten Drücker noch seinen sechsten Fremdeinsatz in der Verteidigung absolvieren konnte.

Richtige Torchancen bekamen die Zuschauer daher kaum zu sehen - der VfL kam kein einziges Mal bis in den Strafraum des Gegners, und Mannheim auch nur ein Mal alle halbe Stunde. Die Roten hatten zudem diverse Zusatzchancen auf einen Elfmeter, doch die Pfeife des Manns in Schwarz blieb stumm - die Gelben Karten gegen Plagiat und Ungarn taten dem VfL nicht weh. Und bei mehr als 50% Remisbreite zumindest in der regulären Spielzeit waren Verlängerung und Elfmeterschießen durchaus eine Möglichkeit.

Dass es letztlich nicht dazu kam, ist das Verdienst einer herausragenden Einzelleistung des stärksten Feldspielers des Ligasystems: Star-Einkauf D 4, erst in Runde 1 dieser Saison zu den Mannheimern gestoßen und im Verlauf der Saison immer besser geworden, schnappte sich das Leder, zog mit einem kurzen Antritt an zwei Gegenspielern vorbei und knallte das Runde kompromisslos ins Eckige. Zu diesem Zeitpunkt war gerade mal die Hälfte der ersten Halbzeit gespielt - aber danach geschah nichts mehr von Bedeutung.

So steht der VfL Chaos 2003 am Ende dieser Saison ohne Titel da, nachdem er in Runde 7 noch Tabellenführer der 1. Liga gewesen war. Blut-Rot Mannheim hingegen, das am letzten Spieltag seinerseits die Meisterschaft der 1. Liga verspielt hatte, kann sich mit dem Gewinn des Pokalwettbewerbs und dem ersten Titelgewinn in der Vereinsgeschichte trösten - zuvor hatte der Verein lediglich drei Mal die Pechwürflerkrone "gewonnen".