Pokalfinale

Lokomotive Albany 1830 - Ritter der Tafelrunde

Albany als dreifacher Meister in den vergangenen fünf Saisons gegen die Tafelrunde, die erst vor einem Jahr den Wiederaufstieg ins Oberhaus geschafft hatte. Die Ritter hatten sich zuletzt lediglich ein Schnäppchen auf der Torwart-Position gegönnt, während die Eisenbahner ihre finanziellen Mittel mit drei Feldspielerkäufen bis zum Anschlag ausgereizt hatten. Beide Teams hatten in dieser Saison in der 1. Liga keine Bäume ausgerissen, meldeten sich aber zum Höhepunkt der Saison topfit zur Stelle: 261 WP trocken bekamen die Zuschauer von diesen beiden WP-stärksten Erstligisten zu bestaunen - und volle Offensive auf beiden Seiten! Albany hatte dabei auf den 6. Fremdeinsatz eines überstarken Feldspielers verzichtet, um die bestmögliche WP-Zahl auf den Platz zu stellen; die Tafelritter legten sogar noch Härte oben drauf, und dies nicht zu knapp.

Das Publikum wurde mit Torchancen regelrecht verwöhnt: Alle zwei Minuten war in einem der Strafräume etwas los. Doch beide Teams boten auch in der Defensive eine überzeugende Vorstellung und konnten zahlreiche brenzlige Situationen im letzten Moment noch bereinigen.

Vor dem Halbzeitpfiff klingelte es nur ein einziges Mal im Kasten: Routinier Galahad, der bereits in der 2. Liga den Sprung in den Kader der Tafelrunde geschafft hatte, konnte sich auf der Außenbahn gegen seinen Gegenspieler durchsetzen und den Ball aus spitzem Winkel im langen Eck versenken. Diese Führung entsprach auch den gezeigten Leistungen beider Teams: Die Ritter waren bissiger in den Zweikämpfen und hatten dadurch etwas mehr vom Spiel, da der Schiedsrichter die Begegnung an der langen Leine führte und den Akteuren buchstäblich alles durchgehen ließ.

Doch beim Pausentee muss Manager Reschke die richtigen Worte gefunden haben, um seine Truppe wieder aufzurichten. Vier mal hatte Albany bereits im Pokalendspiel gestanden, und jedesmal war man als Verlierer vom Platz gegangen. Sollte dies auch beim fünften Versuch der Fall sein? Dabei hatte er sein Team doch extra mit den beiden Altstars Die Sonne scheint und Kalopp hochgerüstet, die am Ende dieser Saison ihre Karriere unwiderruflich beenden und damit keine weitere Chance auf einen Titelgewinn erhalten würden.

Jedenfalls kam Albany wie verwandelt aus der Kabine - und erzielte bereits nach wenigen Sekunden den Ausgleich! Doch es war keiner der Routiniers, sondern Jungstar Hollow, den man vor einem Jahr nur als Ergänzungsspieler verpflichtet hatte und der nun aus halblinker Position einen abgeprallten Schuss eines Teamkollegen gedankenschnell über die Torlinie drückte. Danach waren die Ritter wach, aber auch geschockt darüber, ihre schöne Führung so leichtfertig vergeben zu haben. Beide Teams agierten nun etwas vorsichtiger, hatten dabei zwar weiterhin zahlreiche Torgelegenheiten, aber der letzte Biss fehlte auf beiden Seiten. So plätscherte die Begegnung vor sich hin, und die Zuschauer begannen bereits, sich auf eine Verlängerung einzustellen. Doch so weit sollte es diesmal nicht kommen.

Denn fünf Minuten vor dem Abpfiff war es erneut Hollow, der im Strafraum des Gegners richtig stand, dem Ball mit der Fußspitze die entscheidende Richtungsänderung verpasste und somit den Ritter-Torwart Tristan in die falsche Ecke schickte. Die Ritter warfen anschließend noch mal alles nach vorne, kamen aber nur noch ein Mal gefährlich vor das Tor des Gegners, der nun jeden Ball kompromisslos wegdrosch und nur noch auf den erlösenden Abpfiff wartete.

Nach einer Saison, in welcher der Meister des Vorjahres bis zur letzten Runde gegen den Abstieg kämpfen musste, gelang Lokomotive Albany nun endlich derjenige Erfolg, der in der Vereinshistorie noch gefehlt hatte. Die Ritter der Tafelrunde haben ihren ersten Griff nach einem Titel diesmal noch verpasst, dürfen aber auf eine goldene Zukunft hoffen: Bereits jetzt haben sie das nach WP auf dem Platz stärkste Team des Ligasystems, vor allem aber den mit inzwischen großem Vorsprung höchsten Handelswert aller Vereine, was sich früher oder später auch in sportlichen Erfolgen niederschlagen sollte.